Testaufnahme der Sonne mit Nikon Z9 und NIKKOR Z 150–600 mm hinter einem selbstgebauten Sonnenfilter.
    Hinter der Linse

    Wenn ein Foto Wochen vor dem Auslösen beginnt

    Der Bau eines individuellen Sonnenfilters für das NIKKOR Z 150–600 mm – als Vorbereitung auf die totale Sonnenfinsternis 2026.

    Es gibt Fotografien, die entstehen in Sekunden.

    Und es gibt Fotografien, die Wochen oder sogar Monate vor dem eigentlichen Auslösen beginnen.

    Die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.

    Während Millionen Menschen nur wenige Minuten in den Himmel blicken werden, beginnt für Fotografen die eigentliche Arbeit lange vorher.

    Standort auswählen. Wettermodelle verfolgen. Belichtung testen. Ausrüstung vorbereiten. Und vor allem: einen absolut sicheren Sonnenfilter bauen.

    Denn ohne geeigneten Sonnenfilter können Objektiv und Kamerasensor bereits nach kurzer Zeit dauerhaft beschädigt werden. Gleichzeitig darf niemals ohne geeigneten Schutz direkt durch den optischen Sucher oder in die Sonne geblickt werden.

    Für mein NIKKOR Z 150–600 mm wollte ich deshalb keinen Kompromiss eingehen. Da ich keinen passenden Filterhalter fand, entschied ich mich, einen exakt auf meine Ausrüstung abgestimmten Filter selbst zu bauen.

    Denn manche Bilder beginnen lange bevor der erste Sonnenstrahl auf den Sensor trifft.

    Die totale Sonnenfinsternis 2026

    Am 12. August 2026 zieht der Kernschatten des Mondes über Teile Europas.

    Besonders gute Beobachtungsorte sind:

    Nordspanien · Island · Grönland

    Eine partielle Sonnenfinsternis wird unter anderem sichtbar sein in:

    Portugal · Frankreich · Italien · Österreich · Deutschland · Schweiz

    Für viele europäische Fotografen ist dies die beste Gelegenheit seit Jahrzehnten, eine totale Sonnenfinsternis ohne Fernreise zu fotografieren.

    Materialübersicht: Absolute Eclipse Solar Filter Sheet, Tesa Powerstrips und originale Gegenlichtblende des NIKKOR Z 150–600 mm.

    Das Material

    Jedes außergewöhnliche Foto beginnt mit den richtigen Werkzeugen.

    Zum Einsatz kamen:

    Absolute Eclipse Solar Filter Sheet (OD ≥ 5.6) · zwei PVC-Platten · Tesa Powerstrips · originale Gegenlichtblende des NIKKOR Z 150–600 mm · Cutter · Marker

    Der Filter sollte bewusst nicht direkt am Objektiv befestigt werden.

    Stattdessen entstand eine Konstruktion, die exakt in die Gegenlichtblende eingesetzt wird. Dadurch bleibt das Objektiv unverändert und der Filter kann innerhalb weniger Sekunden montiert oder entfernt werden.

    Zwei blaue PVC-Platten als Trägermaterial für den Eigenbau-Sonnenfilter.

    Präzision beginnt beim Anzeichnen

    Die originale Gegenlichtblende diente als Schablone.

    Anstatt theoretische Maße zu verwenden, wurde der tatsächliche Innendurchmesser direkt übertragen.

    Gerade bei Eigenkonstruktionen spart dieser einfache Schritt später viel Nacharbeit und sorgt für eine perfekte Passform.

    Auf die PVC-Platte angezeichneter Kreis nach der originalen Gegenlichtblende als Schablone.

    Zwei identische Rahmen

    Die Konstruktion besteht aus zwei identischen Trägerplatten.

    Zwischen ihnen liegt später die empfindliche Sonnenfilterfolie.

    Diese Sandwich-Bauweise schützt die Folie dauerhaft und verhindert gleichzeitig Spannungen im Material.

    Zwei ausgeschnittene PVC-Rahmen mit kreisförmiger Öffnung für den Sonnenfilter.

    Der Zuschnitt

    Mit einem Cutter wurde die Öffnung von Hand ausgeschnitten.

    Perfekte Maschinenpräzision war dabei gar nicht erforderlich.

    Entscheidend war eine möglichst große freie Öffnung bei gleichzeitig ausreichender Stabilität des Rahmens.

    Ausgeschnittener PVC-Rahmen mit vorbereiteten Tesa Powerstrips für die Montage.

    Vorbereitung der Montage

    Mehrere Tesa Powerstrips verbinden später beide Rahmen miteinander.

    Sie übernehmen gleichzeitig eine zweite wichtige Aufgabe:

    Zwischen beiden Platten entsteht ein kleiner Abstand, sodass die empfindliche Sonnenfilterfolie nicht gequetscht wird.

    Eine einfache, leichte und jederzeit wieder lösbare Konstruktion.

    Fertiger, selbstgebauter Sonnenfilter mit eingelegter Absolute Eclipse Solar Filter Foil.

    Die empfindlichste Phase

    Nun wurde die Sonnenfilterfolie zwischen beide Rahmen eingelegt.

    Dabei gilt eine entscheidende Regel:

    Die Folie darf niemals straff gespannt werden.

    Sie soll locker und spannungsfrei liegen. Kleine Wellen sind vollkommen unkritisch und beeinflussen die Bildqualität nicht. Kratzer oder kleine Löcher dagegen würden den Filter sofort unbrauchbar machen.

    Gerade dieser Arbeitsschritt verlangt deshalb höchste Sorgfalt.

    Der erste Test

    Noch keine Sonnenfinsternis. Keine spektakulären Protuberanzen. Keine Korona.

    Nur die Sonne.

    Und genau das war das Ziel.

    Der erste Test bestätigte, dass der Filter sicher sitzt und das Sonnenlicht zuverlässig reduziert.

    Bereits Wochen vor der eigentlichen Sonnenfinsternis konnten Belichtung, Schärfe und Handling unter realen Bedingungen überprüft werden.

    Testaufnahme der Sonne durch den selbstgebauten Sonnenfilter mit Nikon Z9 und NIKKOR Z 150–600 mm.

    Fazit

    Die eigentliche Sonnenfinsternis wird nur wenige Minuten dauern.

    Die Vorbereitung darauf viele Stunden. Vielleicht sogar Wochen.

    Für mich liegt genau darin die Faszination der Fotografie.

    Das fertige Bild entsteht nicht erst beim Drücken des Auslösers.

    Es entsteht beim Planen. Beim Testen. Beim Verwerfen. Beim Neubauen.

    Und manchmal auf einer einfachen Werkbank – mit zwei PVC-Platten, einer Sonnenfilterfolie und dem Wunsch, für einen einzigartigen Moment perfekt vorbereitet zu sein.

    Denn jede Geschichte beginnt lange vor dem ersten Foto.

    Technische Daten

    Kamera — Nikon Z9
    Objektiv — NIKKOR Z 150–600 mm f/5.6–6.3 VR
    Telekonverter — Nikon Z TC-2.0x
    Effektive Brennweite — 300–1200 mm
    Filter — Absolute Eclipse Solar Filter Sheet (OD ≥ 5.6)
    Filterhalter — Eigenbau aus PVC-Platten und Tesa Powerstrips

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    Außergewöhnliche Bilder entstehen selten zufällig. In Behind the Lens zeige ich die Gedanken, Entscheidungen und Vorbereitungen hinter meinen fotografischen Projekten – lange bevor das eigentliche Foto entsteht.

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    27. Juli 2026

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