
Brautmode in der Wiener Hofburg: wandelbare Kleider, persönliche Begegnungen und Inspiration für Hochzeiten 2027 und 2028. Ein Tag, an dem ich oft dachte: Gut, dass ich heute fotografieren darf und mich für kein Kleid entscheiden muss.
Behind the Lens · Wien · November 2026
Text und Fotografie: Peter Scholz / schopho
Bei diesem bleibt man hängen. Bis das nächste kommt.
Ein Kleid zieht den Blick auf sich. Man betrachtet den Schnitt, entdeckt ein Detail und ist sich ziemlich sicher: Das wäre ein Favorit.
Dann kommt das nächste.
So ging es mir bei White Wedding in der Wiener Hofburg immer wieder. Von klassischer Eleganz bis zu ausgesprochen modernen Entwürfen war die Bandbreite enorm. Schmale Silhouetten, große Röcke, aufwendige Spitze und Kleider, deren Wirkung in wenigen klaren Linien lag.
Wer gerade sein Brautkleid sucht, hätte hier wohl viele neue Ideen gefunden. Und die persönliche Favoritenliste anschließend noch einmal überarbeitet.
Ich durfte mich auf etwas anderes konzentrieren: hinsehen, ins Gespräch kommen, fotografieren. Das war angesichts dieser Vielfalt Aufgabe und Vergnügen zugleich.

Eine Hofburg voller Möglichkeiten
White Wedding Platform brachte am 1. und 2. November 2026 die internationale Brautmodenbranche nach Wien. Unter dem Motto „The Art of Bloom“ begegneten sich Labels, Brautmodengeschäfte, Einkäufer und Kreative, um Kollektionen kennenzulernen und sich auszutauschen.
Mein Besuch blieb mir vor allem wegen der persönlichen Atmosphäre in Erinnerung. Es gab viele nette Gespräche, spannende Begegnungen und immer wieder Gelegenheit, näher hinzusehen. Ein Kleid führte zum nächsten Thema, ein kurzer Austausch wurde länger, zwischendurch entstanden neue Bilder.


Dazu dieses Ambiente.
Die Wiener Hofburg gibt Brautmode einen außergewöhnlichen Rahmen. Kronleuchter, hohe Räume und historische Architektur bringen bereits viel mit. Mit der Kamera sucht man darin seinen eigenen Ausschnitt: Wo darf der Raum groß wirken? Wo braucht ein Kleid Ruhe? Und wo findet sich ein Platz für ein spontanes Shooting?
An diesem Tag gab es reichlich Antworten darauf – und tolle Models, mit denen ich einige davon ausprobieren konnte.
Der Moment zwischen zwei Schritten
Bei einer Modeschau muss es schnell gehen. Ein Model kommt näher, das Kleid bewegt sich, für einen kurzen Moment stimmt die Haltung. Dann ist der Augenblick schon wieder vorbei.
Mich interessiert dabei besonders, was ein Entwurf in Bewegung erzählt. Ein Rock entfaltet sich erst beim Gehen. Eine Drehung zeigt den Rückenausschnitt. Die Schleppe verändert die ganze Silhouette.
Im fertigen Foto steht all das wieder still. Es sollte trotzdem etwas davon spürbar bleiben.
Auch bei der Suche nach dem eigenen Hochzeitskleid lohnt sich dieser Blick. Welche Form spricht euch an? Welches Detail macht euch neugierig? Und bei welchem Bild möchtet ihr wissen, wie sich das Kleid wohl tragen würde?
Die folgende Auswahl lädt zum Weitersehen ein. Vielleicht auch dazu, die eigene Vorstellung vom Traumkleid ein wenig durcheinanderbringen zu lassen.
Die Looks entdecken →
Ein Kleid für den Einzug. Und für die Tanzfläche.
Unter den vielen Entwürfen fand ich die 2-in-1-Kleider besonders interessant. Durch einen abnehmbaren Rockteil wird aus einem langen Brautkleid ein kurzer Look für die Party.
Eine Verwandlung, die gut zu einem Hochzeitstag passt: erst der festliche Auftritt, später mehr Freiheit für einen anderen Teil des Abends.
Bei der Anprobe würde ich den Wechsel unbedingt selbst ausprobieren. Wie leicht lässt sich der Rockteil abnehmen? Wie sitzt die kurze Variante? Und fühlt sich beides nach euch an?
Für die Hochzeitsfotos eröffnet das ebenfalls Möglichkeiten. Der zweite Look bringt eine andere Stimmung mit. Ihm darf man ruhig einen eigenen kurzen Fotomoment geben, bevor es zurück zu den Gästen geht.
Spitze sehen. Den Rücken nicht vergessen.
Spitze und freie Rücken waren zwei weitere Themen, die mir besonders aufgefallen sind.


Bei Spitze lohnt sich der Wechsel zwischen Abstand und Nähe. Zuerst nimmt man das Kleid als Ganzes wahr. Dann entdeckt man, wie ein Muster über den Stoff verläuft oder eine transparente Partie gestaltet ist. Für mich sind das oft die Stellen, an denen eine Bildidee beginnt.
Ähnlich beim Rücken. Er kann einen Entwurf entscheidend prägen und bekommt bei der Kleidersuche trotzdem manchmal weniger Aufmerksamkeit als die Vorderseite.
Dabei sehen die Gäste während der Trauung und beim Einzug viel davon. Auch ein Schleier verändert diese Ansicht noch einmal.
Lasst euch bei der Anprobe deshalb von hinten fotografieren, mit und ohne Schleier. Geht ein paar Schritte, dreht euch um und schaut euch die Bilder an. Ihr entdeckt dabei vielleicht genau das Detail, das eure Wahl am Ende besonders macht.

Zwischendurch wurde aus dem Laufsteg ein Shooting
Neben den Shows ergaben sich kleine Shootings mit den Models. Darauf habe ich mich besonders gefreut.
Plötzlich konnte ich einen Standort auswählen, mit einer Pose arbeiten und sehen, was passiert, wenn wir uns ein Stück zum Licht drehen. Die Hofburg bot dafür wunderschöne Möglichkeiten. Manche Bilder brauchten den Raum, andere vor allem die Nähe zum Model.
Genau hier treffen für mich Fashionfotografie und Hochzeitsfotografie aufeinander. Ein Gespür dafür, wie sich ein Kleid zeigen lässt. Aufmerksamkeit für den Menschen darin. Und die Freude daran, gemeinsam ein Bild zu entwickeln.
Dabei denke ich häufig schon in Folgen: eine Gesamtansicht, ein Porträt, ein Detail. Bilder, die einzeln tragen und nebeneinander etwas Weiteres erzählen. Das beschäftigt mich bei einer Braut ebenso wie bei einer Kollektion, die auf einer Website, in einem Editorial oder im Schaufenster eines Brautmodengeschäfts ihren Auftritt bekommt.
Shootings zwischen den Shows
Was ich von diesem Tag mitnehme
Für Bräute, die ihre Hochzeit 2027 oder 2028 planen, ist diese Vielfalt eine schöne Einladung: Schaut euch um. Speichert, was euch anspricht. Und probiert bei der Beratung im Brautmodengeschäft auch einmal einen Schnitt, den ihr bisher ausgeschlossen habt.
Ein Bild kann neugierig machen. Ob ihr euch in einem Kleid wohlfühlt, zeigt sich bei der Anprobe.
Ich selbst bin mit vielen Fotos nach Hause gekommen. Mindestens ebenso wertvoll waren die Gespräche und die Anregungen dazwischen. Wer Kleider entwirft, auswählt oder täglich Bräute berät, schaut anders hin. Solche Begegnungen erweitern auch meinen Blick.

Später, beim Sichten der Aufnahmen, war ich gedanklich wieder in der Hofburg: bei den Models, den kurzen Shootings und dem Warten auf den nächsten Auftritt.
Die Qual der Wahl hatte ich schließlich doch noch.
Nur ging es bei mir um die Bilder.
Die Marken hinter der Vielfalt
Zum Weiterentdecken findet ihr hier die Labels aus der bereitgestellten Teilnehmerübersicht, ergänzt um Ricca Sposa und Yuliia Lobachova Couture. Informationen zu Kollektionen und Bezugsquellen geben die jeweiligen Marken und ihre Handelspartner.
Die Galerien zeigen meine fotografische Auswahl des Tages; nicht alle genannten Marken sind darin gleichermaßen vertreten.
| Marke | Website | |
|---|---|---|
| Yedyna | yedyna.com | @yedyna_wedding |
| Pollardi | pollardi.com | @pollardiofficial |
| Lanesta | lanesta.com | @lanestaofficial |
| Armonia | armonia.com.ua | @armonia_bridal |
| Liretta | liretta.com | @liretta.studio |
| Olya Mak | olyamak.com | @olyamak_wedding |
| Dominiss | dominiss.com | @dominiss_official |
| Helena Davialis | — | @helena_davialis_ |
| Innocentia | innocentia.com | @innocentiadresses |
| Anne-Mariée | anne-mariee.com | @anne.mariee.brand |
| Només | nomesbride.com | @nomesbride |
| Cantadora | cantadora.com.ua | @cantadora.ua |
| Ricca Sposa | riccasposa.com | @riccasposa |
| Yuliia Lobachova Couture | yuliialobachova.com | @yuliialobachova |
Mehr zum Event: White Wedding Platform
Welche Geschichte darf ich für euch fotografieren?
Eure Hochzeit, eure Kollektion, eure nächste Kampagne: Erzählt mir, was ihr plant – und wir besprechen, wie daraus Bilder mit eurer eigenen Handschrift werden.


