Wenn wir an Wien denken, entstehen fast automatisch dieselben Bilder.
Stephansdom. Ringstraße. Schloss Schönbrunn.
Diese Orte erzählen einen wichtigen Teil der Geschichte dieser Stadt.
Für dieses Editorial haben wir uns bewusst dagegen entschieden.
Nicht, weil diese Orte nicht faszinierend wären. Sondern weil wir Wien einmal anders zeigen wollten.
Viele Betrachter fragen später nach der Location. Für mich begann dieses Editorial allerdings schon lange davor. Am Anfang stand nicht der Ort. Am Anfang stand eine Frage.
Kann dieselbe Umgebung zwei vollkommen unterschiedliche Bildwelten hervorbringen?
Das Editorial auf einen Blick
- Location:
- Messe Wien, Wien, Österreich
- Model:
- Denisa Strakova
- Fotograf:
- Peter Scholz (SCHOPHO)
- Kapitel 1 — Licht:
- ausschließlich vorhandenes Licht
- Kapitel 2 — Licht:
- Off-Camera-Blitz, Godox AD200 Pro II
- Genre:
- Editorial- und Fashion-Porträtfotografie
Das moderne Gesicht Wiens
Rund um die Messe Wien ist in den vergangenen Jahren ein Stadtteil entstanden, der von Glas, Stahl und klaren Linien geprägt ist. Ein Ort, der Ruhe ausstrahlt und gleichzeitig ständig in Bewegung ist.
Genau hier sollte unsere Geschichte beginnen – nicht vor einem Wahrzeichen, sondern in einem Stück Stadt, durch das die meisten Menschen einfach hindurchgehen.

Spiegelungen
Glas verändert alles. Es verdoppelt eine Figur, bricht eine Linie, lässt die Stadt zweimal in einem Bild erscheinen.
Wir haben nicht die perfekte Fläche gesucht. Wir haben gewartet, bis eine Fläche zu erzählen begann.




Available Light
Der erste Teil dieses Editorials wurde ausschließlich mit vorhandenem Licht fotografiert. Ohne künstliche Beleuchtung. Ohne Eingriffe. Nur Architektur, Reflexionen und das Licht, das dieser Ort selbst mitbringt.
Die Bilder wirken dadurch ruhig, offen und fast dokumentarisch. Das Licht erzeugt hier keine Stimmung – es legt eine frei.

Eine andere Richtung
Für den zweiten Teil wollten wir das Gegenteil.
Nicht eine andere Location. Nicht ein anderes Model. Sondern eine andere Bildsprache.
Available Light beschreibt einen Ort. Gestaltetes Licht interpretiert ihn. Die Entscheidung für kontrollierten Blitz war deshalb keine technische – sie war der Moment, in dem das Editorial seine Perspektive wechselte. Wo das erste Kapitel beobachtet, behauptet das zweite.
Mit einem Godox AD200 Pro II wurde das Licht bewusst gestaltet. Nicht um heller zu fotografieren. Sondern um Kontrolle über Kontrast, Tiefe und Farben zu gewinnen.
“Das Licht wurde zum gestalterischen Element – nicht zum technischen Hilfsmittel.”
Wenn Licht Teil der Geschichte wird
Der Godox AD200 Pro II wurde nie eingesetzt, um das Tageslicht zu übertönen. Sondern um es zu formen – um das rote Kleid ein wenig vom Glas dahinter zu lösen und der Figur eine Kante zu geben, die die Architektur nicht verschluckt.
Plötzlich begann das rote Kleid mit der Architektur zu konkurrieren. Die Farben wurden dichter. Die Schatten präziser. Und derselbe Ort wirkte vollkommen anders.
Für dieses Editorial durfte ich mit dem internationalen Model Denisa Strakova zusammenarbeiten. Was mich beeindruckt hat, war nicht ihre Erfahrung. Sondern ihre Bereitschaft, einer Idee vollständig zu vertrauen.
Die meisten Menschen suchen nach außergewöhnlichen Orten. Ich glaube inzwischen, dass außergewöhnliche Bilder fast nie dort entstehen. Sie entstehen dort, wo eine Idee stark genug ist, einem vertrauten Ort eine neue Bedeutung zu geben – dieselbe Überzeugung steckt hinter unseren freien Beyond Stories, hinter der ruhigen Beobachtung der Executive Stories und hinter den unwiederholbaren Stunden einer Hochzeit.




Anmerkung des Autors
Mein besonderer Dank gilt Denisa Strakova für ihre Professionalität, ihre Offenheit und ihr Vertrauen in dieses gemeinsame Editorial.
Further Reading
Continue exploring
Beyond Stories
Executive Stories
Wedding Stories
Journal
Contact


