Der Vienna City Marathon (VCM) ist das größte Laufsportereignis in Wien und zugleich der bedeutendste Marathon in Österreich. Jedes Jahr verwandelt dieses Rennen die Stadt in eine Bühne für Leistung, Emotion und Gemeinschaft. Tausende Läuferinnen und Läufer aus aller Welt stehen an der Startlinie, zehntausende Zuschauer säumen die Straßen und machen Wien für einen Tag zu einer Stadt im Laufschritt.
Die Strecke gilt als flach, schnell und bestzeitenfreundlich. Gleichzeitig führt sie durch das Herz Wiens und vorbei an einigen der bekanntesten Orte der Stadt.
Besonders eindrucksvoll ist die Passage über die Wiener Ringstraße. Für Menschen, die Wien nicht kennen: Die Ringstraße ist der große Boulevard rund um die historische Innenstadt. Dort liegen die Wiener Staatsoper, das Parlament, das Rathaus, das Burgtheater, die Universität Wien sowie prachtvolle Palais und Gründerzeitfassaden. Beim Marathon wird dieser Bereich zur großen Bühne. Menschen stehen dicht an dicht, Musik spielt, Stimmen hallen durch die Straßen. Die Energie trägt die Läufer förmlich weiter.

Dann folgt das Gegenteil: der Wiener Prater.
Der Prater ist eines der größten innerstädtischen Erholungsgebiete Europas – mit Alleen, Wiesen, Waldstücken und langen geraden Straßen. Der Marathon führt gleich zweimal durch dieses Gebiet. Besonders entscheidend ist der Abschnitt zwischen Kilometer 27 und 36.
Dort wartet die berühmte Prater Hauptallee: rund vier Kilometer lang, breit, schnurgerade und gesäumt von Kastanienbäumen. Während die Ringstraße laut und voller Menschen ist, wirkt die Hauptallee offen, still und fast endlos. Hier hört man Schritte, Atmung und die eigenen Gedanken.
Auf der Ringstraße trägt dich Wien.
Im Prater musst du dich selbst tragen.
Nicht ohne Grund lief Eliud Kipchoge im Wiener Prater als erster Mensch die Marathondistanz unter zwei Stunden.

Ich habe bewusst bei Kilometer 35 fotografiert. Für viele beginnt hier der wahre Marathon. In der Laufszene spricht man vom „Mann mit dem Hammer" – jenem Punkt, an dem Energiereserven sinken, Muskeln schwer werden und jeder Schritt zur Entscheidung wird.
Hier werden Unterschiede kleiner. Ob Profi oder Hobbyläufer – an diesem Punkt kämpfen alle mit denselben Fragen: Reicht die Kraft noch? Wie sehr will ich dieses Ziel erreichen?
Manche lachen.
Manche leiden sichtbar.
Manche wirken leer.
Aber alle wollen ins Ziel.

Fotografiert wurde diese Serie mit der Nikon Z9 und der Nikon Z8. Verwendet wurden bewusst nur zwei Festbrennweiten:
- NIKKOR Z 35mm f/1.8 S
- NIKKOR Z 135mm f/1.8 S Plena
Die gesamte Serie wurde in Schwarzweiß entwickelt, um Ausdruck, Licht, Struktur und Emotion stärker sichtbar zu machen. Für einen anderen Blick auf Equipment und Herangehensweise siehe auch mein Wochenende mit der Leica D-LUX 8.

Auf der Ringstraße trägt dich Wien. Im Prater musst du dich selbst tragen.












































































