Manche Shootings beginnen Wochen vor dem eigentlichen Termin.
Locations werden gesucht, Ideen gesammelt, Lichtsituationen analysiert und Bildwelten im Kopf bereits mehrfach fotografiert.
So war es auch bei Peter Wenauer.
Peter und ich kennen uns seit unserer gemeinsamen Zeit an der IMADEC University. Danach gingen unsere beruflichen Wege in unterschiedliche Richtungen. Während ich viele Jahre in der Leasingbranche tätig war, setzte Peter seine Karriere im internationalen Management fort und ergänzte seine Ausbildung später durch Executive Programme an der Harvard University.
Als ich ihm von meinem Projekt Executive Stories erzählte, musste ich nicht lange fragen.
Er war sofort bereit, dabei zu sein.

Eigentlich war alles vorbereitet
Zumindest dachte ich das.
Geplant war ein urbanes Outdoor-Shooting. Moderne Architektur. Klare Linien. Natürliches Licht.
Eine Bildsprache, die zu Peter und seinem beruflichen Hintergrund gepasst hätte.
Doch wenige Tage vor dem Termin wurde klar, dass daraus nichts werden würde.
Regen.
Viel Regen.
Also blieb nur eine Entscheidung:
Plan ändern.
Studio statt Stadt.
Rückblickend war genau das die richtige Entscheidung.

Der sichere Anfang
Wir begannen mit klassischen Portraits. Saubere Lichtführung, reduzierte Bildsprache — Executive Portraits, wie sie ihren Platz in jeder Unternehmenskommunikation finden.
Es sind Bilder, die Vertrauen schaffen. Und oft braucht es genau diese ersten Minuten, damit beide Seiten ankommen können.

Kochen und Fotografie
Wer Peter kennt, weiß, dass seine Leidenschaft nicht bei Management oder Strategie endet. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Kochen — nicht als gelegentliche Freizeitbeschäftigung, sondern mit echter Hingabe. Kochkurse bei Haubenköchen, Techniken, Rezepte, immer wieder Neues.
Während des Shootings musste ich mehrfach daran denken, wie ähnlich sich beide Welten sind.
Es braucht Wissen.
Technik.
Erfahrung.
Doch irgendwann kommt der Moment, in dem man beginnt zu experimentieren. Man verändert Zutaten. Man verändert Licht. Man probiert etwas aus, ohne zu wissen, wohin es führt.
Und genau dort wird es interessant.
Der Moment, in dem das Shooting seine Richtung änderte
Irgendwann haben wir aufgehört, dem ursprünglichen Plan zu folgen.
Lichtformer wurden getauscht.
Schatten wurden stärker.
Kontraste mutiger.
Einige Ideen entstanden spontan.
Andere verschwanden nach wenigen Minuten wieder.
Nicht jedes Experiment funktioniert.
Aber jedes Experiment bringt neue Möglichkeiten hervor.
Genau diese Offenheit machte den Nachmittag so spannend.
Aus einem geplanten Executive Portrait Shooting wurde eine gemeinsame kreative Session.

Executive Stories handeln nicht von Positionen
In den letzten Monaten wurde ich mehrfach gefragt, was Executive Stories eigentlich sind.
Die Antwort hat wenig mit Business-Portraits zu tun.
Mich interessieren keine Titel.
Keine Organigramme.
Keine Visitenkarten.
Mich interessieren Menschen.
Ihre Geschichte.
Ihre Persönlichkeit.
Ihre Haltung.
Die Dinge, die man nicht in einem Lebenslauf findet.
Bei Peter waren es an diesem Tag vor allem Neugier, Offenheit und die Freude daran, neue Wege auszuprobieren.
Eigenschaften, die vermutlich genauso wichtig für gute Führung sind wie für gutes Kochen.
Und vielleicht sind genau deshalb meine Lieblingsbilder des Tages nicht jene, die wir geplant hatten.
Sondern jene, die entstanden sind, nachdem wir aufgehört haben, uns an den Plan zu halten.
Über Peter Wenauer
Peter Wenauer ist Executive Manager und Absolvent mehrerer Executive Education Programme, darunter an der Harvard University. Langjähriger Wegbegleiter und Studienkollege an der IMADEC University.

Die stärksten Bilder entstehen oft erst nach dem ursprünglichen Plan.








